Welcher ökonomische Schaden entsteht durch psychisch erkrankte Beschäftigte?
Prof. Dr. Nicolas R. Ziebarth: Da entsteht ein sehr großer Schaden, vor allem angesichts des vielerorts ohnehin bestehenden Fachkräftemangel. Mit psychischen Beschwerden fehlen die Beschäftigten in der Regel länger als mit körperlichen. Die Arbeitgeber sind zur Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen verpflichtet. Die Produktivität der Fehlenden ist aber Null. Wenn die Menschen dann erholt wiederkommen, können sie den Ausfall vielleicht ein wenig kompensieren, aber grundsätzlich verliert man als Unternehmerin oder Unternehmer die komplette Arbeitszeit und hat dieselben Kosten. Zudem müssen Kollegen dann die Arbeit der erkrankten Person übernehmen. Aber auch wenn sich die Beschäftigten nicht krank melden, leiden in der Regel die Konzentration und die Qualität ihrer Arbeit. Dadurch können weitere Konflikte am Arbeitsplatz und damit eine schlechte Stimmung entstehen. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen durch psychisch bedingte Fehlzeiten sind daher substanziell. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat ausgerechnet, dass Fehlzeiten die Unternehmen in Deutschland pro Jahr etwa 80 Milliarden Euro kosten. Ein immer größerer Anteil davon entfällt auf Fehlzeiten durch psychomentale Probleme.





































































































































