Mental Health am Arbeitsplatz

Mandy Thumm, Head of Diversity Equity Inclusion bei der Hilti Deutschland AG

Foto: Hilti Deutschland AG

Mandy Thumm, Head of Diversity Equity Inclusion bei der Hilti Deutschland AG

In den kommenden Wochen dreht sich bei uns alles um das Thema Mental Health am Arbeitsplatz bei Familienunternehmen. Führungskräfte Deutschlands und Unternehmensnachfolger:innen führender deutscher Familienunternehmen verraten uns exklusiv, welche Rolle Mental Health in ihrem Unternehmen spielt und welchen Einfluss es auf ihre Entwicklung hat. 

Doch auch unabhängige Expert:innen aus Wissenschaft und Gesellschaft kommen bei uns zu Wort. 

In diesem Interview spricht Mandy Thumm mit uns darüber, wie Hilti Fürsorge und Leistung für die mentale Gesundheit in Einklang bringen.

 

Interview: Bärbel Brockmann, 29.04.2026

Wie verankert Hilti das Thema Mentale Gesundheit in der Unternehmenskultur und welche konkreten Maßnahmen unterstützen Mitarbeitende im Alltag?

Mandy Thumm: Hilti lebt eine Unternehmenskultur, die Leistung und Fürsorge verbindet. Mentale Gesundheit ist dabei kein Zusatzprogramm, sondern Bestandteil unseres täglichen Miteinanders. Wer sich für eine Karriere bei Hilti interessiert, soll spüren: Unsere Kultur trägt – jeden Tag. Mentale Gesundheit ist bei Hilti in die Unternehmenskultur eingebettet. Deshalb setzen wir auf ein Zusammenspiel aus struktureller Unterstützung und persönlicher Begleitung. Konkret bedeutet das: Zugang zu vertraulicher Beratung, regelmäßige Trainings zu Resilienz und Stressmanagement sowie Teamroutinen wie Check-ins oder gemeinsame Priorisierungen. Unser Anspruch ist es, ein Miteinander zu fördern, wo Belastungen frühzeitig angesprochen werden können und es selbstverständlich ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Welche Rolle spielt psychische Gesundheit in der Führungskultur bei Hilti und wie werden Führungskräfte darauf vorbereitet, sensibel und kompetent damit umzugehen?
Führungskräfte spielen für ein gesundes Arbeitsumfeld eine zentrale Rolle. Deshalb verankern wir das Thema Psychologische Sicherheit in all unseren Leadership-Programmen. Unsere Führungskräfte lernen dort, Belastungen frühzeitig zu erkennen, respektvolle Gespräche zu führen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln - ohne Druck oder Stigmatisierung. So schaffen wir eine Kultur, in der Offenheit kein Risiko bedeutet.

 

Mental Health - Hilti

Wie integriert Hilti Aspekte der Mentalen Gesundheit in sein betriebliches Gesundheitsmanagement?

Wir setzen auf ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit. Neben klassischen Fitnessangeboten bieten wir Webinare zu Achtsamkeit und Resilienz an, nutzen digitale Tools für Stress- und Schlaftracking und setzen auf Präventionskampagnen rund um Workload-Management. Ein Beispiel ist unser jährlicher Gesundheitstag, der sowohl vor Ort als auch digital stattfindet. Dazu kommen Initiativen wie „Mindful Autumn“, die Achtsamkeit und mentale Stärke fördern. Wir legen Wert darauf, dass diese Angebote alltagstauglich sind und Mitarbeitende, gerade in intensiven Phasen, sinnvoll unterstützen. 

 

Wie stellt Hilti sicher, dass Mitarbeitende frühzeitig Unterstützung erhalten, bevor psychische Belastungen zu ernsthaften Problemen werden?

Früherkennung bedeutet für uns: Hürden abbauen. Wir möchten, dass Mitarbeitende frühzeitig ansprechen können, wenn sie etwas belastet. Deshalb fördern wir eine offene Feedback-Kultur und setzen auf regelmäßige Check-ins. Gleichzeitig bieten wir niedrigschwellige Zugänge zu Beratung und Coaching. Wer Unterstützung benötigt, kann diese vertraulich und ohne bürokratische Hürden in Anspruch nehmen.

 

Wie unterstützt Hilti Mitarbeitende in besonders belastenden Phasen? 

Wirksame Unterstützung beginnt für uns damit, flexibel auf unterschiedliche Lebenssituationen unserer Mitarbeitenden reagieren zu können. Dazu zählen Arbeitszeitmodelle, die sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lassen, ebenso wie hybride Arbeitsformen, die mehr Gestaltungsspielraum im Alltag ermöglichen. Ergänzend bieten wir Zugang zu internen Coaches und externen psychologischen Beratungsangeboten, sodass Mitarbeitende in herausfordernden Momenten professionelle Unterstützung finden. Diese Angebote sind fester Bestandteil unseres verantwortungsvollen Umgangs mit Belastungssituationen.

 

< >Prof. Dr. Nicolas R. Ziebarth, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen

Experte Prof. Dr. Nicolas R. Ziebarth

Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen

Spielt das Home Office eine Rolle?  

Prof. Dr. Nicolas R. Ziebarth: Das ist sicherlich vorstellbar. Die Menschen sind sehr unterschiedlich. Ein Großteil der Beschäftigten begrüßt es, einen Teil der Arbeit von zuhause erledigen zu können. Die überwiegende Zahl der wissenschaftlichen Studien kommt zu dem Schluss, dass die positiven Aspekte des Home Office überwiegen. Gerade Frauen schätzen es, da sie häufig durch Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege Älterer eine Mehrbelastung zu tragen haben. Ihnen bringt das Arbeiten von zuhause mehr Flexibilität. Auch insgesamt begrüßen die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein Mehr an freier Zeit, weil etwa die Fahrt zur Arbeit und zurück entfällt. Hinzu kommt, dass in der Regel niemand von seinem Arbeitgeber zum Home Office gezwungen wird, schon gar nicht permanent. Dennoch: Es könnte Menschen geben, für die sich das Home Office nachteilig auf ihre Psyche auswirkt. Zum Beispiel durch soziale Isolation oder durch das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wann der Arbeitstag anfängt und wann er aufhört oder dass man Privatleben und Arbeitsalltag vermischt. Dadurch nimmt vielleicht der Druck zu. Wie gut oder wie schlecht man sich im Home Office fühlt, kommt entscheidend auch darauf an, wie man es für sich reglementiert. 
 

Welche Rolle spielen Diversity, Equity, Inclusion sowie psychologische Sicherheit in Bezug auf Mentale Gesundheit bei Hilti?

Vielfalt und psychologische Sicherheit sind Grundpfeiler unserer Unternehmenskultur. Unterschiedliche Perspektiven sind nicht nur willkommen, sie sind ausdrücklich erwünscht. Wir schaffen Räume, in denen sie angstfrei eingebracht werden können. Dazu gehören unsere Employee Resource Groups, die Austausch und Sichtbarkeit fördern sowie unsere Leadership-Trainings. 

 

Wie schafft Hilti ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeitende sich sicher fühlen, mentale Herausforderungen anzusprechen, ohne negative Konsequenzen zu befürchten?

Ein vertrauensvolles Umfeld entsteht für uns durch klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Vertraulichkeit hat dabei höchste Priorität. Sensible Informationen werden nur dort geteilt, wo sie für eine angemessene Unterstützung notwendig sind. Unsere Führungskräfte sind geschult und verpflichtet, respektvoll, zugewandt und lösungsorientiert zu agieren. Zudem bieten wir anonyme Möglichkeiten für Feedback und Beratung, damit Mitarbeitende sich auch dann äußern können, wenn sie eine neutrale Anlaufstelle bevorzugen. Unser Ziel ist eine Kultur, in der Offenheit nicht als Risiko wahrgenommen wird, sondern als selbstverständlicher Schritt, um Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

 

In dieser Reihe haben wir die selbstgewählten Personenbezeichnungen der Interviewpartner beibehalten. Dadurch entstehen Unterschiede in der Genderschreibweise.

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