Apropos Langlebigkeit: Batterierecycling ist schon seit langem Teil des Angebots von HOPPECKE. Aktuell tut sich in diesem Bereich viel, besonders beim Recycling von Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Ist die aktuelle Strategie von HOPPECKE hier zukunftstauglich?
Mit über 90 Jahren Erfahrung im Bereich der Bleibatterien bringen wir im Bereich der Batterien einen riesigen Erfahrungsschatz mit. Und um diese Erfahrung auch im Bereich Lithium-Batterien zu nutzen haben wir 2019 die INTILION gegründet. Mit dem so erweiterten Produktangebot wollen wir künftig mit neuen Ansätzen in neue Märkte gehen und unsere Expertise auch im Bereich der Stationären Lithium-Batteriespeicher anbieten. Zurück zum Recycling. Wie schon erwähnt: Seit über 60 Jahren recyclen wir in unserer eigenen Metallhütte Bleisäurebatterien. Hierbei können 90 % der Inhaltsstoffe in der einen oder anderen Form in den Kreislauf rückgeführt werden und beim Blei sind es nahezu 100 %.
Lithium dagegen ist eine große Herausforderung der Zukunft. Hier wollen wir mit Partnerschaften starke, neue Lösungen entwickeln. Unter anderem arbeiten wir mit Chinas führendem Batterierecyclingunternehmen zusammen, um eine Kreislaufwirtschaft für Lithium-Ionen-Batterien in Europa zu entwickeln. In unserem eigenen Labor forschen wir zudem, um die Inhaltsstoffe und Prozesse künftig noch besser verstehen zu können. Im Bereich Lithium bieten wir auch eigene Produkte an und diese möchten wir natürlich auch effizient designen, damit sie gar nicht erst so schnell recycelt werden müssen. Auch ein wichtiges Thema für uns ist „Second Use“: hier werden Lithium-Batterien aus dem Automobilbereich, die vielleicht nur noch 70 bis 80 % ihrer Kapazität haben zu stationären Energiespeichern umgerüstet. Diese kommen dann u.a. in Rechenzentren zum Einsatz, wo es nicht so sehr auf die verbliebene Kapazität im zyklischen Einsatz ankommt.
Zuletzt bemühen wir uns weiter, Technologien voranzubringen. Ein Beispiel ist das Thema „digitaler Zwilling“, welches wir aktuell evaluieren: hierzu arbeiten wir mit Startups zusammen und können am PC ein Produkt in der jeweiligen Anwendung testen und seine Grenzen und Möglichkeiten simulieren Diese und weitere Anwendungen werden aus meiner Sicht in Zukunft immer wichtiger werden, um die Produktion und die Nutzung von Produkten und Rohstoffen nachhaltiger zu gestalten.