Wie zielgerichtet sind die neuen EU-Richtlinien?
„All diese Rechtsinstrumente — Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichtserstattungsrichtlinie, Lieferkettensorgfaltsgesetz, Anti-Greenwashing etc. — sind Schritte in die richtige Richtung, aber es sind zu viele. Wir gehen in Richtung Überregulierung, bei gleichzeitig zu geringer Wirkung. Die verschiedenen Gesetze sind nicht kohärent und konsistent aufeinander abgestimmt.“
Felber kritisiert zudem, dass wesentliche Aspekte in der aktuellen Gesetzgebung stark verwässert wurden. Verantwortliche würden nicht ausreichend in die Pflicht genommen werden und fossile Energieträger wie Gas würde die EU-Taxonomie weiterhin aussparen. Dadurch sei die Wirkung zu gering. Er plädiert für die Überwindung des Bruttoinlandproduktes als monetäres Erfolgsmodell und stattdessen für ein Gemeinwohlprodukt. Daraus ließe sich dann eine allgemeinverbindliche und allumfassende Gemeinwohlbilanz ableiten.
Es sei wichtig, dass der Gesetzgeber positive und negative Anreize schafft: „Damit könnte man das Wirtschaftssystem nachhaltig ändern. Dann hätten diejenigen, die heute den Vorteil haben, weil sie Verluste vergesellschaften und Gewinne privatisieren, plötzlich das Nachsehen. Und diejenigen, die Nutzen externalisieren, d. h. echten Wohlstand schaffen, und Kosten internalisieren – also die Schäden, die sie verursachen, selbst tragen oder besser vermeiden – wären dann endlich im Vorteil. Das wäre die Behebung eines Systemfehlers, durch kohärentere und wirksamere Regulierungen.“





































































































































