Wie schaffen Sie es, die Transformation für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter akzeptabel zu machen. Die einen freuen sich sicher über eine neue, eigenverantwortlichere Arbeit, andere schrecken davor vielleicht zurück.
Fabian Pick: Eine gute Kommunikation sowie Transparenz sind das A und O. Wir haben von Anfang an erklärt, warum wir diese Veränderungen machen wollen. Wir haben sehr viel Zeit in Info-Veranstaltungen und in Workshops investiert. Auf diese Weise nehmen wir alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und zeigen die Chancen des Wandels auf. Es gibt beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahe des Renteneintritts, die sich nicht mehr verändern möchten. Aber eine gute Kommunikation ermöglicht es ihnen wenigstens zu verstehen, warum wir so handeln.
Kathrin Pross: Am Anfang gab es viele Unsicherheiten. Jeder fragte sich, was der Wandel denn nun für ihn persönlich und seinen Arbeitsplatz bedeutet. Eine gewisse Unsicherheit ist heute sicher noch da, aber ich glaube, wir haben es durch eine transparente, offene und regelmäßige Kommunikation geschafft, viele Unsicherheiten zu verringern. Wir haben bereits vor über einem Jahr mit der Transformation begonnen, zum Beispiel durch Pilotprojekte zur Arbeitszeitflexibilisierung im Schichtmodell oder zur geregelten Selbststeuerung im Team. Ein weiteres Beispiel ist das frühzeitige Kennenlernen der neuen Arbeitsteams und Fertigungssysteme. Es wurde immer wieder Feedback eingeholt und kritische Anmerkungen in der Weiterentwicklung dieser Themen berücksichtigt. Das war sehr wichtig. Bisher haben wir überwiegend positives Feedback zu dem Wandel in der Führungskultur bekommen, der sich hier vollzogen hat. Eine nachhaltige Änderung der Kultur bekommen wir nur hin, wenn wir das gemeinsam entwickeln, die Führungskräfte und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen.